Kategorie: Literatur

Das Recht auf die eigene Geschichte

Martin R. Dean

Rede zum Menschenrechtstag am 15. November 2018

von Martin R. Dean (Foto: Nu)

Liebe Schülerinnen und Schüler,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

geehrte Schulleiterin, geehrte Schulleiter,

Sie hören, wie pedantisch ich die männlichen und weiblichen Anredeformen gebrauche. Mit dieser Höflichkeitsformel komme ich sprachlich einem Menschenrecht nach, das die Gleichstellung von Mann und Frau fordert.

Artikel 2 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, 1948

Jede Person hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand. „Das Recht auf die eigene Geschichte“ weiterlesen

Von Liebe, Erotik und Höhlen

von Markus Hilfiker (Foto: Nu)

Das Motiv der unglücklichen Liebe zwischen Dido und Aeneas wurde nachantik nicht nur von Purcell (und seinem Librettoverfasser Nahum Tate) für seine berühmte Oper übernommen. Viele weitere Kulturschaffende haben die tragische Geschichte wieder aufgenommen bis hin in unsere Zeit, zuletzt im spanischen Spielfilm «Son de mar» aus dem Jahr 2001. Dabei zeigt sich etwas ausgesprochen Zeittypisches: die sehr explizite Darstellung der Erotik. Die beiden Hauptfiguren, Ulises und Martina, kommen sich, wie schon im antiken Vorbild von Vergil, in einer Höhle näher. Während im Spielfilm von 2001 das Knisternde der Erotik durch die plumpe explizite Darstellung vollkommen verloren geht, war dem genialen antiken Vorbild Vergil sehr wohl bewusst, dass eine wahrhaft erotische Atmosphäre, die diese Bezeichnung auch verdient, nur durch subtile Anspielungen zu erreichen ist: Als auf der Jagd alle Teilnehmer Zuflucht vor einem plötzlich aufkommenden Gewitter suchen, passiert Folgendes: „Von Liebe, Erotik und Höhlen“ weiterlesen

Slammt euch!

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von Daniel Nussbaumer (Text und Fotos)

Auch nach der Abgabe der SA und nach Notenschluss ging da noch was: Am Donnerstag haben die zweiten FMS-Klassen einen Poetry Slam durchgeführt. Je fünf Schüler*innen pro Klassen performten ihre Texte vor den ca. 60 Kolleginnen und Kollegen. Livia Töngi aus der F2c konnte die drei Jury-Gruppen zur höchsten Bewertung hinreissen und entschied dieses kollegiale Battle für sich. Weitere Preise bekamen Marc Pignat (F2a), Dan Walmeroth (F2b) und Saskia Clauwaert (F2c). Statt die Leistung des Jahrgangs hier einfach zu loben, reimen wir ein paar Zeilen auf den Anlass und auf das Engagement dieser Jugend. Dazu posten wir ein Bild von allen Performern.

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„Up and Down“ – eine Performance in Musik und Text der Klasse 3MS

Von Lara Flückiger, Silan Kaya und Carmen Merz (Fotos: Nu)

Am letzten Samstag erwartete die Zuschauerinnen und Zuschauer eine musikalische und gesprochene Performance, welche sich aus Produkten unseres bisherigen Selbstlern-Semesters zusammenfügte. Gedichte über die übermütige Sehnsucht von uns Jugendlichen und den Konflikt des Erwachsenwerdens; ein Poetry Slam über eine väterliche Beziehung, welche das Publikum zu Tränen rührte; ein musikalisches Arrangement fürs Piccolo in Begleitung mit Klavier; ein selbstgeschriebenes Lied, welches von einer Freundschaft handelt, die langsam verwehtMicrorrelatos vom SpanischTeil der Klasse; zudem Texte mit unterschiedlichen Stimmungen. Der Abend war vielfältig und kontrastreich. Doch auch wenn alle Darbietungen im Vergleich zueinander sehr verschieden waren, fanden sich in allen Ups and Downs wieder. Das war schliesslich auch das Thema unseres Abends. „„Up and Down“ – eine Performance in Musik und Text der Klasse 3MS“ weiterlesen

Welche Farbe hat deine Haut?

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von Gina Pelosi (Fotos: Daniel Nussbaumer)

«Vo wo chunsch?» Diese Frage beantwortest du normalerweise ungefähr so: «Ich wohn in Muttenz.» Danach würde sich das Gespräch in Richtung deiner Goldfische oder des wunderschönen sonnigen Wetters bewegen. Alles bleibt angenehm oberflächlich. Perfekter Small-Talk. Doch «Nei, ich mein, vo wo chunsch würkli?» würde dich eher stutzig machen. «Ähm, vo Muttenz?» Genau dieser Gesprächsverlauf ist jedoch für Fatima Moumouni Routine. Warum?

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Chemiefässer und Regentonnen 

von Ines Siegfried (Video und Fotos: Daniel Nussbaumer)

Wie bringt man Schule und Theater zusammen? Die Theatergruppe Rattenfänger, die seit 1990 ihre Freilichtaufführungen an den verschiedensten Orten der Gemeinde Muttenz inszeniert, hat das Areal des Gymnasiums Muttenz ausgewählt, um den „Volksfeind“ von Henrik Ibsen hier aufzuführen. Und damit ist nicht nur eine Theatergruppe auf unserem Campus angekommen, damit ist auch ein Drama in den Deutschunterricht gelangt, das eher weniger in den Schulen gelesen wird. „Chemiefässer und Regentonnen „ weiterlesen

Literatur im Rampenlicht

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Ein Projekt im Deutschunterricht, eine Reportage von der Verleihung des Schweizer Buchpreises 2018 im Theater Basel und eine Rezension des Siegerromans von der Klasse 4Wa (Titelfoto: David Koller)

Moderne Literatur ist zwar durchwegs im Lehrplan des Gymnasiums Muttenz zu finden, jedoch sind selbst diese dort behandelten Stücke an der Grenze zur Antike. Daher verleitete der jährliche Verleih des Schweizer Buchpreises die Klasse 4Wa unter der Leitung von Johanna Kempfert zur genauen Betrachtung der diesjährigen Kandidatinnen und Kandidaten. Namentlich wären dies Das Eidechsenkind von Vincenzo Todisco, Die Überwindung der Schwerkraft von Heinz Helle, Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt von Peter Stamm, Die Hochhausspringerin von Julia von Lucadou und Hier ist noch alles möglich von Gianna Molinari. Jede der fünf Gruppen wurde ein Buch zugeteilt, wobei die Bearbeitung jedes Buches sehr selbstständig erfolgte. Ziel war es, der Klasse die aktuellen Thematiken der Bücher zu vermitteln. Dies erfolgte in Form eines Vortrages, für den die Gruppen jeweils ein Plakat gestalteten, um den Inhalt des Buches visuell wiederzugeben. „Literatur im Rampenlicht“ weiterlesen