Eine akustische Streitmacht

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von Daniel Nussbaumer

Die Gym-Chöre Muttenz und Liestal treten morgen Abend zusammen mit dem Sinfonieorchester Basel im Musicaltheater auf und singen das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Lassen Sie sich diesen Genuss nicht entgehen! Tickets gibt es online oder an der Abendkasse. Die Bilder in diesem Beitrag stammen aus der heutigen Generalprobe. Ein Klick auf das Bild oben zeigt das Foto in voller Grösse. Eine akustische Streitmacht

Soundcheck, Spaghetti und die Arbeit einer SO

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von Eva Oberli und Vanessa Müller

Ich stehe etwas desorientiert im Industriegebiet von Pratteln am Ende einer abschüssigen Strasse. Hierher geführt hat mich Google Earth unter der Suchanfrage „Konzertfabrik Z7“. Es ist kurz nach vier Uhr, der Himmel ist wolkenverhangen, das Areal verlassen. Der einzige Hinweis darauf, dass ich mich tatsächlich am richtigen Ort befinde, sind die zwei Anhänger mit der Aufschrift Z7 am Strassenrand und dumpfe Bassklänge, die aus dem Innern der Fabrikhalle vor mir dringen. Ich versende eine SMS mit meinem Standort, kurz darauf öffnet sich das Eisentor und Julie von Büren, die Vorsitzende der SO, kommt mir entgegen. Beim Betreten der Konzerthalle schlägt mir der Geruch von Spaghettisauce entgegen, die Bässe lassen den Boden vibrieren und wummern im Mauerwerk.  Soundcheck, Spaghetti und die Arbeit einer SO

Das Gezwitscher auf der Brücke

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von Lisa Güetli und Gina Pelosi (Bilder: Nu)

Hunderte von Augen schauen uns erwartungsvoll an. Es wird ganz still. Wir holen tief Luft, öffnen unsere Münder und fangen an zu gackern, zu krähen und zu zwitschern. Es kommt Bewegung ins Publikum und wir blicken in viele lachende und irritierte Gesichter. Eines fällt uns ganz besonders auf. Das von Stefan Furter, dem Komponisten unseres Stückes. Das Gezwitscher auf der Brücke

Innere Stimme im Chor

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von Céline Acklin (Fotos und Video: Nu)

16:30 Uhr: Basel vor der Martinskirche. Bepackt mit meinen Musiknoten und voller Vorfreude gehe ich auf den Eingang der Kirche zu, wo unser Konzert in einigen Stunden beginnt. Als ich die schwere, massive Holztüre öffne, bin ich einen kurzen Moment sprachlos. Die grossen Leuchter, die den ansonsten dunklen Raum erhellen, die hohe Decke und der Gesang des probenden Kammerchors machen die Stimmung perfekt. Innerlich bin ich ein bisschen stolz und freue mich, bald auf dieser Bühne stehen zu dürfen. Die letzten  Aufbauarbeiten sind noch im Gange. Das Ganze nimmt langsam Gestalt an. Innere Stimme im Chor

Die bebende Begegnung

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Text und Fotos von Lara Flückiger (Klasse 2MS)

Die Trommeln beben, der Bass brummt, die Geigen quietschen, die Flöten pfeifen und die Stimmen erklingen, der Donnerbaum bebt. Der Chor des Gymnasiums Muttenz und das Muttenzer Jugendsinfonieorchester treffen zur ersten gemeinsamen Probe aufeinander. Die bebende Begegnung

Bunte Töne und lautes Licht

Schallwellen von der RockNight im Z7

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Von Timo Kröner (Text), Daniel Nussbaumer (Text, Bilder; weitere Bilder gibt es hier und hier)

Hier sieht es aus wie überall an solchen Orten: funktionelle Hallen aus Stahlträgern und Blechwänden, eine Tankstelle hinter dem Kreisverkehr, Lastwägen, die auf ungepflegten Betonflächen stehen, dazwischen ein Restaurant. Und natürlich das Z7 in Pratteln, das wie so viele Konzerthallen für Rock-Musik vornehmlich in einer Industriegegend liegt. Die Kassenbude vor dem Z7 steht einsam und geschlossen im Weg. Am Eingang stehen die ersten Schülerinnen vom Organisationsteam. Sie tragen ein „Staff“-Shirt mit dem gross gedruckten Namen eines Sponsors drauf. „Ist schon was los?“ – „Naja.“ Bunte Töne und lautes Licht

‚Das Narrenschiff’ als Grenzen sprengendes Gesamtkunstwerk

von Christoph Huldi

Folgendes kann einem passieren, wenn man sich auf das Narrenschiff einlässt: Man singt Musik, die noch nie erklungen ist – brandneu und fremdartig. Man ist Teil des Gym Chores, aber im Chor singen auch 12-jährige deutsche Schülerinnen und Schüler neben 30-jährigen französischen Musikstudenten – und zum Schluss ziehen alle am gleichen Strick. Man erlebt, dass der Chorleiter miserabel Französisch spricht – aber er tut es. Man findet sich in einer grossen Gemeinschaft über die Grenzen der Klasse, der Schule, des Landes, der Sprache, des Kunstverständnisses hinaus! ‚Das Narrenschiff’ als Grenzen sprengendes Gesamtkunstwerk