
von Silvan Ladner (Fotos: Nu)
Es war einmal in einer längst vergangenen Zeit in einem beschaulichen Dorf. Dort lebte ein Vater mit seinem Sohn über seiner Schneiderwerkstatt. Eines Tages, als der betagte Vater für die Arbeit zu fragil geworden war, übernahm sein Sohn die Werkstatt. Mit Herzensblut schuftete auch dieser bis ans Ende seiner Tage, damit wiederum sein Sohn die Schneiderwerkstatt weiterführen konnte. Dass sich der Sohn von der Familientradition distanzieren würde, war schlichtweg undenkbar. Für gewöhnlich arbeitete man damals im elterlichen Betrieb. Zimmermänner, Bauern und Schuhmacher gingen Generation für Generation ihrem Handwerk nach. Jeder und alles hatte einen festen Platz. Andere Optionen gab es zu dieser Zeit nur wenige. Ja, so einfach war das einmal. Dieses strikte Kastensystem folgt jedoch dem simplen Prinzip aller Systeme. Nichts ist beständiger als der Wandel und somit ist auch kein System für die Ewigkeit bestimmt. Et voilà, die Generation Z gedeiht fernab von diesen alten Gepflogenheiten.






Poetry Slam ist seit seinen Anfängen unter Mark Smith subversive Gegenkultur. Die ersten Slams in Chicago wollten wegkommen von der Wasserglas-Autorenlesung des Verlags-Marketings. Mit den Jahren ist der Poetry Slam jedoch auch in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Stars wie Bas Böttcher oder Hazel Brugger sind regelmässig im Fernsehen zu sehen. Auch aus dem Deutschunterricht ist Poetry Slam mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Er verspricht vieles: selbstgesteuertes Schreiben, Autonomie in der Themenwahl, selbstwirksame Auftritte und ein johlendes Publikum. Gute Laune ist garantiert, denkt man – dachte man. Denn dann kam Corona.
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