Wir nennen es trotzdem Maturfeier

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von Daniel Nussbaumer (Text und Fotos)

135 rote Maturzeugnisse des Kantons Basel-Landschaft hat das Gym Muttenz dieses Jahr ausgestellt und am 16. Juni in der Aula Polyfeld an die Maturi und Maturae aus sieben Klassen verliehen. Eine Feier im üblichen Rahmen mit Versammlung des gesamten Jahrgangs und Angehörigen in einem Raum, mit Festreden und Chorgesang und mit Apéro und durfte es aber nicht werden. Nichtsdestotrotz gratulierte die Rektorin Brigitte Jäggi den Jugendlichen siebenmal hintereinander und klassenweise gestaffelt zum bestandenen Abschluss. Sie zeigte sich überzeugt, dass die Jugendlichen gelernt hätten, offen zu sein für Neues und Ungewohntes und deshalb auch besonders gut gerüstet seien für die Zukunft. Jäggi wünschte sich und den Maturi und Maturae, dass sie neugierig und wertschätzend in die Zukunft schreiten würden, mutig bereit, die nötigen Dinge in die Hände zu nehmen in dieser Welt. „Seien Sie stolz auf sich, verändern Sie die Welt zum Guten und werden Sie glücklich dabei.“

In einer Video-Grussbotschaft gratulierte die Baselbieter Regierungsrätin Monica Gschwind dem Corona-Jahrgang, der die Maturität verdient habe, auch wenn die Prüfungen nicht stattgefunden hätten. Sehr viel Zusätzliches habe dieser Jahrgang gelernt, da sich alle einem veritablen Entwicklungsschub in einer plötzlich digitalisierten Umfeld ausgesetzt hätten. Die Bildungsdirektorin dankte auch den Lehrpersonen dafür, dass die Qualität der Matur einen so guten Ruf habe. Zudem bedankte sie sich bei den Eltern für den Rückhalt. Und sie dankte auch den nicht unterrichtenden Mitarbeitenden für ihre wichtige Arbeit beim Ermöglichen aller erforderlichen Abläufe an den Schulen. Die Maturi sollten sich jetzt feiern lassen und gemeinsam anstossen, meinte Monica Gschwind.

Manche Klassenlehrpersonen nutzten im Anschluss die Möglichkeit, ihren Klassen noch einmal zu danken und sich mit einigen wertschätzenden Worten oder gar einer Lebensweisheit zu verabschieden. Der eigentliche Akt der Zeugnisübergabe fand dann klassenweise statt und fand seinen Abschluss in einem Klassenfoto. Mit einem Klick auf das entsprechende Bild in der Galerie unten ist es möglich, die volle Auflösung zu sehen und das Foto für die Chronik des eigenen Lebens herunterzuladen.

Da die Zeugnisübergaben gestaffelt abliefen, konnten auch die Preise für die Bestplatzierten nicht zusammen vergeben werden. Der Übersicht zuliebe stehen sie hier aber zusammen. Besonders gut abgeschnitten, nämlich mit mindestens 70 Punkten und einem Schnitt von 5.385 an aufwärts, haben:

Helena Bühler, Gina Pelosi, Lara Geniale, Lukas Gebhardt, Joshua Gmünder, Jonas Freiermuth, Geena Spielmann, Zoë Menzinger und Marie Schreiner.

Sie alle bekommen den Baselbieter Maturandenpreis. Marie Schreiner hat mit ihrem Schnitt von 5.654 die beste Leistung des Jahrgangs gezeigt und sich für den Basler Maturandenpreis der Novartis qualifiziert.

In der letzten Runde waren dann zwei Spezialpreise zu vergeben: Helena Bühler und Gina Pelosi erhielten den Kulturpreis der Schule, verliehen von der Kulturkommission, und Enrico Nitihardjo den Spezialpreis der Schulleitung.

Als Maturredner wäre der Schriftsteller und Lehrer Martin R. Dean vorgesehen gewesen. Er konnte seine Rede aufgrund des Schutzkonzeptes nicht vor dem Publikum halten. Die Rede haben wir deshalb allen Zeugnissen beigelegt und zum Voraus auf Video aufgezeichnet. Nur die Maturandin Eva Oberli, in Basel-Landschaft auch als BZ-Kolumnistin (Landzunge und Stadtmund) bekannt, konnte ihre Rede vor ihrer eigenen Klasse halten. Sie ist hier im Blog zu sehen, zusammen mit der Bildreportage des Ereignisses, das wir trotz aller Einschränkungen Maturfeier nennen.

Und hier sind die sieben Klassenfotos. 

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