Herzliche Gratulation zum bestandenen Fachmittelschulabschluss!

Mit der Wahl des Berufsfelds in der FMS haben Sie bereits einmal eine Richtung für Ihren späteren Werdegang vorgegeben, und viele von Ihnen haben im Prüfungsprogramm für die Abschlussprüfungen auch schon konkrete Berufsziele angegeben.

Seraina möchte Rettungssanitäterin werden,
Marion, Lars und Adrian: Lehrpersonen
Hannah, Jasmin und Marino gehen in Richtung Psychologie.
Während sich Tamara und Hannah für Architektur begeistern.

Allerdings, geschätzte Anwesende, die Zeiten, in denen jemand einen Beruf erlernt und für den Rest seines oder ihres Lebens dabei bleibt, sind schon lange vorbei (ausser vielleicht bei Lehrpersonen).
Ich erzähle Ihnen damit auch nichts Neues.

Seit 2–3 Jahren werden wir aber, dank KI, vom Strukturwandel geradezu überrollt, und es stellt sich eine neue Frage:

Eine Frage, die ehrlich gesagt ein bisschen unheimlich ist. Denn wenn man den Schlagzeilen glauben will, dann sieht die Zukunft ungefähr so aus:
Roboter schreiben Romane, Chatbots übernehmen die Kundenberatung, KI operiert präziser als jeder Chirurg, und die nächste künstliche Intelligenz malt Bilder wie Picasso.

Hannah, Jasmin und Marino: Ist Psychologie wirklich noch zukunftsträchtig? KI-basierte Therapien erreichen schon heute sehr gute Resultate und werden immer besser.
Tamara und Hannah: Wie ist es mit Architektur? Pläne zeichnen, 3D-Modelle erstellen, Statik berechnen? Können Sie das besser als eine KI?
Marion, Lars und Adrian: Braucht es Sie als Lehrpersonen überhaupt noch?

Sie haben etwas erreicht, was man Ihnen nicht mehr nehmen kann. Ist das wirklich so? Wird es das, was Sie erreicht haben, in der Zukunft überhaupt noch brauchen?
Seraina: Als Rettungssanitäterin sind Ihre Chancen nicht so schlecht. Auch wenn KI in der Diagnostik, bei der Alarmierung, beim Berechnen der Fahrtwege etc. sicher sehr hilfreich sein kann, braucht es immer noch jemanden, um die Erstversorgung vor Ort zu übernehmen. Und sei es nur, eine Hand zu halten, um den Patientinnen und Patienten die Angst zu nehmen. Was passiert mit allen anderen? Wie sieht die Zukunft in diesen Berufen aus?

Zuerst einmal: Ja, es wird sich viel verändern.
Technologien wie künstliche Intelligenz werden viele Dinge automatisieren.
Aber – und das ist wichtig – sie ersetzen keine Menschen. Sie ersetzen Aufgaben.
Ein Beispiel:

Ihr Beruf in 10 Jahren? Ja, er wird anders aussehen.
Aber das war schon immer so.
Vor fünfzehn Jahren konnte man mit einem iPhone 3 angeben. Heute würde das niemand mehr tun.
Vor zehn Jahren war Facebook cool – heute ist es das digitale Altersheim, und spätestens, als die ersten Teenager Freundschaftsanfragen von den eigenen Eltern erhalten haben, wussten sie, dass es schleunigst Zeit ist, sich von der Plattform zu verabschieden.

Und noch vor fünf Jahren war niemand in der Klasse auf die Idee gekommen, sich von einer künstlichen Intelligenz Hausaufgaben schreiben zu lassen – heute… aber lassen wir das…
Der Punkt ist: Berufe wandeln sich. Aber sie verschwinden nicht einfach.
Sie entwickeln sich – und wir uns mit ihnen.

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