
Am 9. November haben die Pädagogik-Klassen der FMS «digikult» kennengelernt. «digikult» ist ein gemeinnütziger Verein, der Primar-Lehrpersonen Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellt. Die beiden Gründer, Corinna Virchow und Mario Kaiser, haben uns ihre Ideen im Auditorium BZM vorgestellt.
Text: Alen Amidzic, Hannah Brogli, Michelle Nachtigal (F3b)
Fotos: Jacqueline Herrmann
In einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft wird es immer wichtiger, bereits in jungen Jahren den Umgang mit digitalen Medien zu erlernen. Diese Erkenntnis bildete den Ausgangspunkt für die Gründung von «digikult», einem gemeinnützigen Verein, den Corinna Virchow, eine Spezialistin für die Literatur des Mittelalters, und Mario Kaiser, ein Wissenschaftshistoriker, zusammen mit Primarlehrpersonen gegründet haben. Die Idee entstand in der Zeit des Homeschoolings, die beide Gründer als Eltern hautnah miterlebten. Sie erkannten die Bedeutung, Kinder frühzeitig mit den Grundlagen von Informatik und Medien vertraut zu machen, «jenseits von ohne Fortnite und TikTok».
Bei «digikult» steht weniger das Verständnis von digitalen Anwendungen wie Word oder PowerPoint im Fokus. Vielmehr lernen die Kinder durch die bereitgestellten Unterrichtseinheiten, dass Digitalität keine Erfindung der Gegenwart ist. Sie zeigt sich in den unterschiedlichsten Facetten des täglichen Lebens, sei es in Kochrezepten, Geheimschriften, Gesellschaftsspielen, Landkarten, Supermarktregalen oder Stundenplänen.
Um diese Vielfalt digitaler Einflüsse zu veranschaulichen und zu zeigen, wie man spielerisch alltägliche Informationen mit Kindern zerlegen und neu anordnen kann, führten wir einen kleinen Selbstversuch durch: Die anwesenden Schüler:innen zerschnitten ein modernes Kunstwerk und ordneten die Bausteine, «diskrete Einheiten», individuell zu etwas Neuem an. Bei den Bildern handelte es sich um «Six espaces à quatre petites croix» (1932) von Sophie Täuber-Arp und «Colored Rhythm» (1953) von Sonia Delaunay-Terk. Die vielfältigen Resultate zeigten, wie durch geschicktes Neu-Kombinieren von verschiedenen Elementen – dem Umdrehen des Bildes oder einfach dem Zerschneiden nach Lust und Laune – Neues entstehen kann.




Nach dieser kreativen Bastelstunde wurde uns der Begriff «Digitalität» nähergebracht. Digitalität leitet sich demnach vom Lateinischen «digitus» ab und bedeutet so viel wie etwas mit den Fingern darstellen. Dieser Begriff wird mit dem Binärsystem in Verbindung gebracht, bei dem Zahlen in zwei Ziffern dargestellt werden. Digitalität ist die Kompetenz, den Alltag in diskrete Einheiten und begrenzte Regeln zu zerlegen und damit zu spielen, als unbegrenzte Neu-Anordnungen zu schaffen. Bei der Digitalisierung handelt es sich um einen gesellschaftlichen Prozess, bei dem das Analoge in elektrische Daten umgewandelt wird. Ein Beispiel hierfür ist das Telefonbuch, in dem man früher analog nach Telefonnummern suchte, sie verzeichnete und auf Papier dokumentierte.
Die Veranstaltung wurde von Klassen besucht, die das Berufsfeld Pädagogik haben. Daher waren die Schüler:innen vor allem an praktischen Aspekten interessiert. Nach der Präsentation kam unter anderem die Frage auf, ab wann es sinnvoll ist, Kinder mit Computern lernen zu lassen. Die beiden «digikult»-Gründer betonten, dass ihr Ziel ist, Schüler:innen beizubringen, wie man mit Computern umgeht, ohne dass sie ständig an einen Bildschirm gebunden sind. Im Moment beginnen Primarschüler in Basel-Stadt ab der 5. Klasse, mit Geräten zu arbeiten. Die vorgestellten Ideen sind also beispielsweise für die vierte Klasse sinnvoll. Als angehende Pädagog:innen können wir aus dieser Mittagsveranstaltung mitnehmen, dass es Möglichkeiten gibt, Kindern beizubringen, wie man mit diesen Geräten umgeht, ohne dass sie in jungen Jahren selbst eines benutzen.
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