
Ein grosser Erfolg: Alea Ducret hat bei der diesjährigen Biologie-Olympiade die Goldmedaille gewonnen – nachdem sie bereits im letzten Jahr mit Bronze ausgezeichnet wurde. Der Entfalter-Blog gratuliert ihr herzlich zu dieser beeindruckenden Leistung! Doch was steckt eigentlich hinter diesem Wettbewerb, und was fasziniert Alea so sehr an der Biologie? (Text: Joe Gees, Foto: Alea Ducret)
Im letzten Beitrag der Reihe Schüler:innen des Gymnasiums und der FMS Muttenz in der Öffentlichkeit habe ich über Lionel, Tiziano und Alea berichtet, die mit ihren Maturarbeiten am Nationalen Wettbewerb des SJF [Schweizer Jugend Forscht] teilnehmen. Alea, die sich in ihrer Maturarbeit mit bakteriellen Nanospritzen beschäftigt hat, wurde in diesem Jahr an der Biologie-Olympiade mit der Goldmedallie ausgezeichnet.
Faszination für die Komplexität des Lebens
Alea interessiert sich schon seit der Primarschule für Biologie. Besonders begeistert sie die enorme Komplexität des Lebens: Unzählige Prozesse laufen gleichzeitig in unserem Körper ab und sind dabei so präzise koordiniert, dass sie uns überhaupt erst am Leben halten. Ihr besonderes Interesse gilt der Molekularbiologie und der Gentechnologie – also genau den Bereichen, in denen man den grundlegenden Mechanismen des Lebens auf den Grund gehen kann.
Vom Klassenzimmer an die Universität
Die Biologie-Olympiade richtet sich an interessierte Schüler:innen und besteht aus mehreren Runden: Zunächst findet eine erste Runde meist online oder im Biologieunterricht statt. Wer dort gut abschneidet, wird zu einer Studienwoche eingeladen. Danach folgt eine zweite schriftliche Runde im Frühjahr. Die besten Teilnehmenden qualifizieren sich schliesslich für die Finalrunde, die an der Universität Bern durchgeführt wird. Dort sind neben theoretischem Wissen auch praktische Fähigkeiten gefragt. Die vier Besten dürfen die Schweiz sogar an der internationalen Biologie-Olympiade vertreten.
Die erste Runde besteht aus einem Multiple-Choice-Test, bei dem bereits bestehendes Wissen, logisches Denken und ein Gespür für die Biologie getestet wird. Würden Sie diesen Test bestehen? Wir haben 5 Fragen aus der Prüfung herausgesucht.
Die zweite Runde besteht erneut aus einer Prüfung mit theoretischen Fragen, die Anforderungen gehen aber über den regulären Schulstoff hinaus. Die Fragen zielen nicht nur auf reines Faktenwissen ab, sondern vor allem darauf, dieses in anspruchsvollen und praxisnahen Problemstellungen anzuwenden. Als Vorbereitung darauf werden die Teilnehmer:innen im Herbst in ein Lager eingeladen, in welchem ein vertieftes Grundwissen vermittelt wird.
Die dritte Runde bildet das Finale: Es findet im Frühling in den Labors der Universität Bern statt. Die 20 Besten der zweiten Runde stellen dort nicht nur ihr theoretisches Wissen, sondern auch ihre praktischen Fähigkeiten und ihren Umgang mit biologischen Fragestellungen unter Beweis. Über vier Tage hinweg ergibt sich aus einer Vielzahl praktischer Prüfungen, ergänzt durch theoretische Fragen, eine Gesamtwertung.Den Höhepunkt bildet am Ende der Woche die Medaillenfeier: Die Teilnehmenden werden geehrt und feiern gemeinsam mit Freundinnen und Freunden, Eltern, Lehrpersonen und Organisatorinnen und Organisatoren. Dabei entscheidet sich, wer die Schweiz in diesem Jahr an der Internationalen Biologie-Olympiade vertreten wird.
Intensive Woche mit neuen und bekannten Herausforderungen
Inhaltlich ähnelte die diesjährige Olympiade laut Alea in vielen Bereichen der letztjährigen: Themen wie Tier- und Pflanzensystematik, Molekularbiologie oder das Sezieren (Sektionen) blieben zentral. Auch der straffe Zeitplan – von frühmorgens bis abends – war vergleichbar.
Ein grosser Unterschied lag jedoch in der persönlichen Erfahrung: Durch ihre Teilnahme im letzten Jahr konnte sich Alea gezielter auf die intensive Woche vorbereiten. Zudem war es für sie besonders schön, bekannte Gesichter wiederzutreffen und die Finalwoche gemeinsam mit Freund:innen zu erleben.
Besonders begeistert war Alea von den praktischen Arbeiten im Labor. So manipulierten die Teilnehmenden beispielsweise das Genom von Bakterien, damit diese ein bestimmtes Zielprotein herstellen, das anschliessend isoliert wurde. Auch ein Bioinformatik-Praktikum zum Thema Proteinengineering blieb ihr in Erinnerung: Dabei ging es darum, ein Protein zu entwerfen, das gegen Pollenallergie eingesetzt werden könnte. Ein weiteres Highlight war das Sezieren einer Flusskrabbe.
Alea Ducret zeigt eindrucksvoll, wie sich Neugier, Engagement und Ausdauer auszahlen können. Ihr Weg von Bronze zu Gold ist nicht nur eine persönliche Erfolgsgeschichte, sondern auch eine Inspiration für andere Schüler:innen sich an Wettbewerben wie der Biologie-Olympiade zu versuchen.
Herzliche Gratulation zu dieser grossartigen Leistung!
F&A zur Biologie-Olympiade
Wer organisiert die Biologie-Olympiade?
Die Biologie-Olympiade wird ehrenamtlich vom Verein ibo|suisse organisiert und durchgeführt. Die Mitglieder sind meist Studierende und Doktorierende der Naturwissenschaften und haben oft selbst am Wettbewerb teilgenommen.
Was passiert nach der Biologie-Olympiade?
Die Gewinner vertreten die Schweiz an der Internationalen Biologie-Olympiade!





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