Am Montag, dem 1. Juni, machte sich die Klasse 3Z mit dem Velo auf nach Freiburg, um dort am darauffolgenden Dienstag das Vauban-Quartier zu besichtigen. Das Ziel der Velotour war es, nachhaltige Stadtentwicklung mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zu erfahren.
Text: Lucas Linder, Timo Kröner; Bilder: Lucas Linder
Am Montag, dem 1. Juni, radelte die Klasse 3Z morgens nach Freiburg i. Br. los. Die erste Station der Tour war das Superblock-Projekt im Matthäus-Quartier. Geographielehrer Lucas Linder, der die Tour für die Klasse organisiert hat, erläuterte die Grundidee des Superblock-Konzepts rund um das Primarschulhaus Bläsi. Dafür ging er tief in die Geschichte des Quartiers zurück, als das Kleinbasel vor allem eine gute Wohnmöglichkeit für die Arbeiterfamilien der Stadt war.
Die Superblocks seien einerseits eine Reminiszenz an die Zeit, als die Quartiere noch nicht vom motorisierten Verkehr geprägt wurden und als die Kinder noch in den Strassen ungestört spielen konnten. Gleichzeitig entwickle, so Lucas Linder, dieses Projekt eine Vision für die Stadtentwicklung der Zukunft, in der lebendige Quartiere mit sozialem Austausch auf den verkehrsberuhigten Strassen und vielen grünen Elementen auf ehemaligen Parkplätzen eine wichtigere Rolle spielen werden.

Anschliessend fuhren wir zum Stauwehr Märkt und von dort aus, unterbrochen von wenigen Pausen, einige Kilometer in der angenehm kühlen Frühsommerluft der Auenlandschaft am Altrhein entlang. Hier stoppten wir kurz bei den neu geschaffenen Rückhaltebecken. Sie können bei Hochwasser geflutet werden und so die Gefahr einer Überschwemmung in Rheinnähe verringern. Gleichzeitig bilden sie ein artenreiches Landschaftselement mit seltenen Pflanzen wie den in voller Blüte stehenden Orchideen oder der schmarotzenden Sommerwurz. In Neuenburg verpflegten wir uns, bevor wir im kräfteraubenden Auf und Ab der hügeligen Weinberge nach Staufen gelangten.
In der Faust-Stadt gab es eine wohlverdiente Glace und obendrauf eine anschauliche Kurzversion von Goethes „Faust“ durch Herrn Kröner. Auch das gescheiterte Geothermie-Projekt, bei dem versehentlich Anhydrit angebohrt wurde und das Risse an den Gebäuden verursacht hatte, wurde angesprochen. Mit Zucker und Kultur gestärkt und dem Teufel im Genick machte sich die Klasse auf den Weg nach Freiburg. Nach der Ankunft bezogen wir zuerst die Hotelzimmer und machten uns frisch fürs Abendessen. Im Restaurant „Beim Italiener“ füllten wir unsere Speicher mit Kohlenhydraten in Form von Pasta und Pizza.
Am Dienstagvormittag stand eine Führung durch das nachhaltige Vauban-Quartier in Freiburg auf dem Programm. Das Quartier ist ein wegweisendes Modell für ökologische und soziale Stadtentwicklung – ähnlich wie die Superblocks in Basel im Kleinen. Besonders eindrücklich war dabei das „Heliotrop“, ein von dem berühmten Architekten Rolf Disch entworfenes Gebäude. Es wurde 1994 als erstes Plusenergiehaus weltweit erbaut und dreht sich im Verhältnis zur Sonne. Im Winter ist die Fensterfront der Sonne zugewandt, sodass das runde Haus den Glashauseffekt maximal nutzen kann. Im Sommer steht die gut isolierte Rückseite zur Sonne, sodass sich das Haus nicht zu sehr aufheizt. Vorbei an weiteren Plusenergiehäusern, die im Jahresverlauf mehr Strom ins Netz liefern, als sie verbrauchen, durchstreiften wir das vor über 30 Jahren auf einer ehemaligen französischen Kaserne erbaute Quartier.

Bereits damals wurde durch den Verzicht auf Parkplätze in der Allmend Raum für viele entsiegelte Grünflächen geschaffen. Hier geniessen Menschen die Ruhe und die kühle, gute Luft. Dem Prinzip einer Schwammstadt folgend kann hier der Niederschlag ungehindert ins Grundwasser sickern. Die wenigen privaten Autos stehen in der Solargarage Vauban, einem Parkhaus am Rande des Quartiers, das als Solarkraftwerk dient. Nach diesem Rundgang hatte die Klasse Zeit, sich in Freiburg zu versorgen, bevor es dann mit dem Zug zurück nach Basel ging.
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