Meine Klasse der besten Sprachencracks

Das Leiterlispiel des Fremdsprachenlernens, rückblickend erzählt von einem stolzen FMS-Klassenlehrer

von Jan Pagotto, FMS-Leiter und Konrektor Gym Muttenz

Vorwarnung: Der folgende Bericht und die darin vorkommenden Personen sind zwar frei erfunden, die Begebenheiten haben sich aber schon oft so ähnlich abgespielt. Jegliche Form der Nachahmung kann ansteckend wirken.

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„Als sich die Schülerinnen und Schüler damals vorstellten“, erzählt Klassenlehrer Franz M. Schöni mit leuchtenden Augen, „war die einzige, die wirklich gut Französisch konnte, gerade aus ihrem Welschlandjahr in Neuchâtel zurückgekommen. Ingrid hatte nach der Bez eine Schulkrise und wollte weg. Nun sass sie begeistert in der vordersten Reihe, klagte aber, sie habe dafür ihre paar Brocken Englisch vergessen. So war das erste Sprachentandem der Klasse geboren: Kenneth, der einen schottischen Vater hat und daher zweisprachig aufgewachsen ist, traf sich ab sofort jede Woche mit Ingrid zur Englisch-Französisch-Konversation.

Dass Sprache verbindet, merkte auch Ayshe, die sich in Kenneth verliebte und mit ihm ein Zwischenjahr in Liverpool einlegte. Als die beiden in die Klasse zurückkamen, trafen sie mit Jürg und Sylvie auf zwei Sprachbegeisterte, die den Englisch-Freifachkurs besuchten und später die Sprachdiplome bestanden. Ebenso über die Freifächer erlernten Federica, Ramon und Beril ihre neue Lieblingssprache Italienisch, die sie perfektionierten, indem sie im Sommer Federicas Nonni in Bergamo besuchten und sich den idealen Akzent mit Gelati und Spaghetti hereinschlabberten. Auf Paella und Erdmandelmilch hatten es Alice und Gina abgesehen, die darum den Freifachkurs Spanisch belegten und ihre Liebe zu Valencia entdeckten. Lucy verknallte sich in Genf, verbrachte ein Austausch-Semester an einer dortigen FMS und schwärmte so vom Lac Léman, dass Mia sich ihr dreiwöchiges FMS-Praktikum an einem Kindergarten in Vevey organisierte. Sandro hingegen schrieb seine SA auf Englisch und folgte darin den Spuren der Irish Folk Music. Unser Gastschüler João aus Santiago de Chile brachte Dicle und Johanna sein Portugiesisch bei, während Sengwey, der vor sieben Jahren mit seinen Eltern aus Hong Kong nach Birsfelden gezogen war, nach der FMS neben Kantonesisch, Deutsch, Französisch und Englisch dank Marija auch noch ein respektables Touristenkroatisch erlernte, das er erfolgreich in Dubrovnik testete.

Später freundeten sich auch Nasan, Ahmed und Silke mit dem Französisch an: Weil sie an die PH wollten, besuchten sie mit den meisten Klassenkolleginnen und -kollegen die DELF-Kurse und stimmten sogar für die Projektreise nach Bordeaux. Erst nach dem FMS-Abschluss legten Ben und Annette ein Zwischenjahr in Nizza ein, wo sie sich in einer Sprachschule auf den Fachmaturitätskurs Pädagogik vorbereiteten. Doris hingegen arbeitete vor dem FMP an den Concordia Language Villages in Minnesota und kam mit einem fliessenden Englisch zurück, wenn auch mit amerikanischem Akzent. Welch sprachbegeisterte Klasse!“, schwärmt Ex-Klassenlehrer Schöni noch heute.