BioValley College Day 2018: Going Molecular

Die Aula des Kollegiengebäudes

von Christine Baader (Text); Bilder: T. Kröner

Am 30. November fand zum 15. Mal der trinationale BioValley College Day statt. Zu diesem Event treffen sich jährlich bis zu 400 Schülerinnen und Schüler aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz. An einem unterhaltsamen und lehrreichen Vormittag mit Vorträgen von erfolgreichen Wissenschaftlern erhielten die Schüler*innen Einblicke in die Studiengänge Biologie und Nanowissenschaften und erleben Präsentationen von gelungenen Matura- und Projektarbeiten im Bereich Life Sciences.

Der BioValley College Day ist ein jährlicher Anlass des BioValley College Networks. Dieses Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, die Gymnasien und Kantonsschulen der Region untereinander und gegenüber der Forschung und Wirtschaft im Bereich der Life Sciences zu vernetzen. Dieses Jahr waren aus dem Gymnasium Muttenz die Klassen 2BM, 3E und 4BS Teil des Publikums. Nach der Begrüssung der Anwesenden als künftige Entscheidungs- und Verantwortungsträger in einer Zeit, in der Designerbabies in China das Licht der Welt erblicken, führte Thomi Scheuber, Lehrer am Gymnasium Kirschgarten, durch den Vormittag. Er ist der Organisator des Events und Vorstandsmitglied des BCN.

Im ersten Fachvortrag von Prof. Dr. Timm Maier vom Biozentrum der Universität Basel ging es um biologische Fabriken. Nach einem kurzen historischen Abriss kam Tim Maier zur eigentlichen «Sache», den biologischen Fabriken. In einer Zelle liegen Maschinen mit unterschiedlichen Aufgaben sehr eng beieinander. Erforscht werden sie im Fachgebiet der Strukturbiologie. Röntgenkristallographie und Einzelpartikelelektronenmikroskopie tragen dazu bei, die molekularen Strukturen der Maschinen aufzuklären. Interessant ist das Beispiel der Polyketid-Synthese mittels Polyketid-Synthasen: Sobald die Funktionsweise der biologischen Maschine «Polyketid-Synthase» aufgeklärt ist, können möglicherweise neue Biomoleküle synthetisiert werden, um die zunehmende Antibiotikaresistenz von Bakterien zu bekämpfen.

Dr. Jean-Charles Paterna der Uni Zürich sprach danach über die Anwendung von «Genome Editing» bei der Behandlung der Erbkrankheit Phenylketonurie. Bei den Betroffenen ist die Blutkonzentration der Aminosäure Phenylalanin um ein Vielfaches zu hoch, was insbesondere das Nervensystem schädigt und somit zu starken Behinderungen führen kann. Sogenannte «Base-Editors» werden mit einer Variante der modernen Genome Editing-Maschine CRISPR an den Ort auf der DNA gebracht, wo ein falscher Baustein durch den korrekten ersetzt werden muss.

Anschliessend gaben Studierende Auskunft über die Freuden und Leiden ihres Studiums und ihre Träume über die berufliche Zukunft. Julia Fanderl war eine davon. Die ehemalige Schülerin des Gymnasiums Muttenz steht in ihrem Biologiestudium kurz vor dem Master. In der Pause konnten sich die Schüler*innen mit Gipfeli, Früchten und Getränken grosszügig versorgen.

Unter den drei Schülerinnen, die ihre herausragenden Arbeiten im Rahmen des BioValley College Awards präsentierten, war auch Anja Hunziker aus der Klasse 4AI des Gymnasiums Muttenz. Mit einer hervorragenden Präsentation ihrer Maturaarbeit zum Thema «Endokrine Disruptoren in Schweizer Kläranlagen und die Auswirkungen von Mikroverunreinigungen auf die Entwicklung des Zebrabärblings» holte sie den zweiten Platz. Ronja Spanke vom Hans-Thoma-Gymnasium in Lörrach sprach über «wandernde Steine» und belegte den dritten Platz. Der erste Platz ging an Olivia Williams vom Gymnasium Kirschgarten in Basel mit dem Thema «Artificial sweeteners and their impact on bacterial growth».

Während die Jury tagte, stellten Zohar Menshes (Executive Vice President European Committee of the Weizmann Institute of Science) und Kai Stewart (Schüler des Gymnasiums Interlaken) das Weizmann Institut in Rehovot (Israel) mit seiner Philosophie der durch Neugier angetriebenen Forschung vor. Ein wichtiger Teil davon bildet das International Summer Science Institute. Es bietet Schweizer Maturanden und Maturandinnen die aussergewöhnliche Gelegenheit, zusammen mit 70 weiteren Interessierten aus 15 Ländern einen vierwöchigen Sommerkurs in hochkarätigen Labors mit anschliessender Reise durch das Land zu besuchen.

Mit einem kurzen Schlusswort von Thomi Scheuber ging ein spannender und anregender Vormittag zu Ende und die Jugendlichen konnten sich mit einem Sandwich für ihrem weiteren Weg stärken.