Unser Abstecher auf der Überfahrt von Split nach Zadar 

Petra Saner schreibt über die Studienreise der 4Ea. Foto: Michelle Brecht

Plätscherndes Nass und zwitschernde Vogelstimmchen – es scheint so, als wetteiferten das Wasser und die Vögel um den ersten Preis eines Musikwettbewerbs. Umgeben von dieser sprudelnden, beflügelten Melodie führt ein schmaler Pfad durch den gedeihenden Wald. Bald gehen wir über die kleinen Bäche, die ungestört unter den Holzstegen plätschern, bald spazieren wir auf der weichen Erde einem schmalen Kanal entlang. Das Blätterdach der Feigenbäume, die den Wegrand säumen, wirft ein Wechselspiel von Licht und Schatten. Das Wasser tut es den Bäumen gleich: Es strotzt nur so vor Leben und leuchtendem Grün.

Einer Anreicherung an Mineralien verdankt die kroatische Krka in diesem Abschnitt des Flussbetts ihre Farbe. Die rund 20 Streckenkilometer des längsten zentraldalmatischen Flusses sind dank ihrer geomorphologischen Besonderheiten die wohl spektakulärste der insgesamt 72 Kilometer. Gegründet im Jahr 1955 erlaubt der Nationalpark Krka Besuchern und Naturfreunden aus aller Welt bis heute einen einmaligen Einblick ins Geschehen: Stromschnellen, Trassen, Bassins und Wasserfälle prägen seinen Verlauf. Am Dienstag unserer Bildungsreise tauchen auch wir in die Idylle ein und dürfen am eigenen Leib den Einfallsreichtum der Natur mit allen Sinnen erkunden.

Die Holzstege und Pfade laden zu einem zweistündigen Rundgang durch den Park ein. Unterwegs führen uns vereinzelte Wegverzweigungen bald zu einer rauschenden Kaskade, bald zu einem brausenden Wasserfall. Hin und wieder treffen wir bei der Erkundung einer solchen Sackgasse auf eine andere Gruppe von Besuchern. Erst bei der Badestelle wird uns wieder klar, dass wir uns nicht in einer entfernten Wasserwelt befinden, sondern bei einem Besucherpark. Langsam aber sicher erwachen wir aus den Träumereien, in die uns die Vögel und das Wasser eingesungen haben. Doch bevor wir der Wasserwelt wieder den Rücken kehren, lassen wir es uns nicht nehmen, mit Ausblick auf einen breiten Wasserfall im kalten Wasser schwimmen zu gehen.