Arbeitsplätze und Wohlstand sichern

Text: Timo Kröner; Fotos: Corinna Lignini, Jan Soder (1WE)

Am Dienstag, dem 26. Februar, hat uns Monika Rühl besucht. Sie ist Direktorin von Economiesuisse, dem Dachverband der Schweizer Wirtschaft. In Ihrem Referat hat sie uns spannende Einblicke in die globale Wirtschaft gewährt. In der anschliessenden Fragerunde hat sie im Dialog mit den Schüler*innen ihre Positionen dargelegt und verdeutlicht.

Nach einer kurzen Einführung von Daniel Fasnacht, dem Wirtschaftslehrer, der die Veranstaltung organisiert hat, beschreibt Monika Rühl ihr Tätigkeitsfeld, nämlich die globale Wirtschaft und die Rolle der Schweiz darin. Ihre Analyse der Weltwirtschaft ist glasklar: Die USA haben immer noch den Führungsanspruch, doch in einigen Jahren wird China die weltweite Nummer eins sein.

In dieser Gemengelage ist es Aufgabe von Economiesuisse, die Interessen der Schweizer Wirtschaft zu vertreten, sowohl diejenigen der grossen Unternehmen als auch die der kleinem KMUs. Die Branchenverbände, Handelskammern und Unternehmen, die sich unter dem Dach von Economiesuisse versammeln, vertreten gut die Hälfte aller Arbeitnehmer.

«Meine tägliche Arbeit ist es sicherzustellen, dass wir als Wirtschaftsstandort attraktiv bleiben.»

In einer globalen Perspektive gehe es also darum, die Schweiz international gut aufzustellen, zum Beispiel gegenüber China, den USA oder der EU. Mit China bestehe schon ein Freihandelsabkommen, das gegenüber den EU-Nachbarn ein grosser Vorteil ist, denn die EU hat noch nicht so ein Abkommen. Ein solches Abkommen mit den USA steht allerdings noch aus.

Gleichzeitig wirbt sie für ein Rahmenabkommen mit der EU, die doch einer der wichtigsten Handelspartner der Schweiz ist. Monika Rühl sieht in diesem Schweizer Weg der EU gegenüber einen Vorteil und betont, dass im Zusammenhang mit den Brexit-Verhandlungen am WEF in Davos immer wieder vom «Swiss Model» gesprochen worden sei.

«Wir brauchen den Marktzugang zu unseren wichtigsten Handelspartnern.»

Gerade in einer Zeit, in der Populismus, Protektionismus und Unsicherheit die Wirtschaft bedrohen und Sorge vor einem Abschwung schüren, brauche es in der Schweiz eine hohe Bereitschaft für Reformen. Nur so können dringende Probleme wie die Reform der AHV und der Unternehmensbesteuerung angegangen werden.

«Ich will, dass die Schweiz attraktiv bleibt und uns allen Arbeitsplätze und Wohlstand sichert.»

Die Diskussion, die sich an das spannende Referat anschloss, ging um ganz Konkretes: zum einen um die Umwelt. Monika Rühl sieht die Schweizer Wirtschaft in einem Spannungsfeld zwischen hohen Verpflichtungen und Standortattraktivität. Sie ist dafür, dass Auflagen zur Reduktion des CO2-Ausstosses, wie sie im Pariser Abkommen festgelegt wurden, auch durch Massnahmen im Ausland organisiert werden können.

Auch bezüglich der Konzerninitiative nimmt sie die Unternehmen in Schutz und kritisiert gleichzeitig die Pläne der Initiative, allfällige Gerichtsverfahren – wegen Verstössen gegen Menschenrechte in Produktionsketten – in der Schweiz stattfinden zu lassen. «So werten wir die Justizbehörden der betroffenen Länder ab.» Würde die Initiative angenommen, ist sie sich sicher, dass in bestimmten Ländern nicht mehr produziert werden würde. Mit Blick auf die wachsende Ungleichheit zwischen armen und reichen Nationen betonte sie, dass diesen armen Ländern geholfen werden muss, einen funktionierenden Arbeitsmarkt aufzubauen.

Monika Rühl hat uns ihren beeindruckend weitsichtigen Blick auf die weltweite Wirtschaft vorgestellt. Die Diskussion im zweiten Teil war kontrovers und blieb doch immer sachlich. Sie hat gezeigt, auf was für einem anspruchsvollen Niveau politische Diskussionen an unser Schule ablaufen – dank den spannenden Inputs der Expertinnen und Experten, die uns besuchen!