Mit der Schaufel statt dem Laptop

 

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von Elena Brodmeier und Oxana Messerli (Fotos: Cheryl Gysel und Daniel Nussbaumer)

Die BYOD-Pilotklasse 2WE hat in ihrer Sozialwoche das Laptop gegen Schaufel und Pickel eingetauscht und hat im Wasser und im Lehm gearbeitet. Elena und Oxana berichten vom ersten und zweiten Tag, an dem ihre Kleider noch nicht so ganz verdreckt waren wie auf dem Foto oben am Donnerstag. Der Blog der Merian Gärten publizierte diesen Beitrag ebenfalls.

Wir, die Klasse 2WE vom Gymnasium Muttenz, haben uns im Juni für die Dyych-Woche in den Merian Gärten beworben und wurden zu unserer grossen Freude ausgewählt. Es erwarten uns ein paar intensive Tage, die viel Arbeitseinsatz erfordern. Unsere Betreuer setzen grosse Stücke auf uns, da ihre Helfer normalerweise um einiges jünger sind. Demnach besteht der Plan für diese Woche aus der Fertigstellung von gleich drei Projekten. Diese beinhalten den Austausch von Brettern, die als Dyychwand dienen, sowie die Ausgrabung des Bodens für einen noch nicht bestehenden Weiher und den Bau eines nagelneuen Trinkstrands für die einheimischen Schöfli. Zu Beginn der Woche wurden wir mit dem Thema des Dyychs durch eine Führung des Historikers Peter Habicht vertraut gemacht. Er informierte uns vor allem über die vielen Mühlen, die einst von den Dyychen angetrieben wurden. 

Motiviert, informiert und gut ausgerüstet starteten wir demnach am Montagnachmittag mit der Arbeit. Als sich der Nachmittag langsam dem Ende zuneigte, war uns die Anstrengung anzusehen, jedoch waren alle mit den schon sichtbaren Fortschritten der Projekte zufrieden. Über die Funktionsweise der Mühlen durfte wir heute, am Dienstagmorgen, auch noch eine Führung mit dem Warter der Mühle in den Merian Gärten besuchen. Ebenfalls heute wird unser erstes Küchenteam eingeweiht, das für uns alle Spaghetti mit Tomatensauce und Pesto kocht. 

Die Fortsetzung der Arbeiten mit Eindrücken von Dienstag bis Donnerstag, ebenfalls im Blog der Merian-Gärten veröffentlicht, beschreiben hier Niccolò Capitelli und Lucas Mah:

Nach vier körperlich sehr anstrengenden Tagen fangen unsere Arbeiten langsam an Früchte zu tragen. Wir sind stolz auf das, was wir bis jetzt erreicht haben, und freuen uns darauf, die Ergebnisse dieses Projektes bestaunen zu können.

Die Arbeit am Weiher erwies sich anfangs als mühsam, da zuerst die verschiedenen Steine sortiert und die Folie des alten Weihers entfernt werden musste. Den bestehenden Weiher haben wir in schwerer Grabarbeit vergrössert. Die starken Jungs konnten mit Pickeln den Untergrund lösen (was sichtlich Spass machte). Anschliessend wurde das Material mit viel Muskelkraft abtransportiert. Als nächstes wurde die neue Folie in das Fundament unseres neuen Weihers gelegt. Grosse, schwere Steine sollten dabei das Rutschen der Folie verhindern und der kiesige Untergrund Lebensraum für verschiedenen Wasserlebewesen bieten. Mit der Zeit fiel uns der enorme Fortschritt am Weiher auf und die Vorfreude auf die Fertigstellung wuchs stetig. 

Die neuen Akazien-und Birkenholzwände für den Mühledyych wurden bereits am Mittwoch installiert und fertiggestellt. Diese waren nötig, weil der künstliche Fluss die Erde an den Seiten sonst mit- und abtragen würde. Die alten waren bereits lückenhaft und morsch. Eine ordentliche Sanierung war also schon längst überfällig. Die Arbeit verlief reibungslos, unter anderem weil eine hohe Arbeitsmoral und eine gute Teamarbeit vorhanden war. Jene Gruppe ist nun damit beschäftigt, eine Wassertrinkstelle für die „Schöfli“ zu bauen. Diese ist so konstruiert, dass die Schafe von der Weide sicher ans Ufer des Mühledyych gelangen können, um zu trinken.

Am Mittwoch blieb uns noch ein wenig Zeit für eine Führung durch die Merian Gärten während der uns spannende Aspekte des Themas Biodiversität nähergebracht wurden. So wurde auf die Probleme hingewiesen, die Neophyten und Neozoen verursachen, und es wurde beschrieben, wie mühsam es ist, gegen deren Ausbreitung anzukämpfen.

Voraussichtlich werden wir bis am Freitagmittag, also wie im Zeitplan vorgesehen, alle Projekte beendet haben.