Cromatik: Vom Duschen und Jammen

Von Helena Bühler, Lisa Güetli und Gina Pelosi (2MS)

Joshua reisst die Türe auf: „Sali zämme, leider isch unsere Bassischt nonig do. Mir hän zwar abgmacht 4i, aber er het nit checkt, dass scho 4i isch und isch no i de Stadt. Ihr chönet aber glich schomol abecho.“ Wir folgen Joshua in den Keller von Jakobs Haus, wo sich der gemeinsame Bandraum befindet. Dort warten zwei weitere Bandmitglieder auf uns: Jakob und Eric. „Mir hän extra ufgruhmt und glüftet für euch.“ Trotzdem müssen wir uns durch den Mini-Urwald von Instrumenten und Kabeln zu unseren Stühlen schlängeln. Da Alessio noch nicht da ist, beginnen die anderen mit dem Stimmen und Einspielen. Beim Einstecken der vielen Kabeln fehlt zuerst mal der Strom und später dann der richtige Anschluss. Währenddessen schauen wir uns genauer im Raum um. Die Wände sind mit Vorhängen und Karton abgedeckt und mitten drin hängen zwei einzelne Eierschachteln.  Wir müssen lachen.

Nach 45 Minuten ist Alessio immer noch nicht aufgetaucht. Also beschliessen wir schon mit dem Interview zu beginnen und gehen in Jakobs Zimmer. Wir gehen auf den Balkon, obwohl es regnet und kalt ist. Doch sie scheinen es recht gemütlich zu finden. Joshua instruiert uns: „Wenn de Jaki nit ufmacht, denne chlätteremer amigs do uf de Balkon ufe, do hets no gueti Griff.“ Als wir hinunterblicken, sehen wir jedoch nur eine glatte Hauswand. Währenddessen trudelt auch Alessio ein. Jetzt ist die vierköpfige Band vollständig. Vor acht Jahren haben sie begonnen, zusammen Musik zu machen. Emu, Jakob und Alessio hatten die Idee, eine Band zu gründen.  Emu spielte schon Schlagzeug, Jakob E-Gitarre, und so beschlossen sie kurzerhand, dass Alessio Bass spielen soll. Vor zwei Jahren kam dann Joshua als zweite E-Gitarre hinzu. Da Emu momentan in Neuseeland ist, spielt Eric seit drei Wochen als Schlagzeuger bei der Band. Ihr erster Name war „The Earlybirds“, da sie damals erst 10 Jahre alt waren. Später wurde das dann zu doof und sie suchten einen neuen Namen. So spontan wie die Band ist, fiel auch der Name „Cromatik“. Sie hielten ein Stimmgerät in der Hand, auf welchem „Kromatisch“ stand und sie dachten: „Hey jou, das dönt no cool.“ Der Name blieb, und geschrieben wird er mit „k“ am Schluss, nicht mit „c“. Ihren Musikstil wollen sie nicht genau definieren. Es ist zu langweilig, nur etwas zu spielen, und deshalb experimentieren sie immer wieder an neuen Dingen herum. Von Blues über Raggae zu Jazz oder Swing. Und klappt es mal nicht mit einem Musikstil, heisst es einfach: „Es swingt hart nit, aber es dönt scheisse geil“, und schon ist es einfach ein eigener Stil. Während des Interviews können wir keine einzige Frage stellen, ohne dass die darauffolgende Antwort für Lacher sorgt. „Welli drei Wörter beschriebe euri Band am beste“ – „Jung, brutal und gutaussehend. Oder nei wart. Hübsch und duscht. Also mir dusche sehr viel.“ Eric meint sogar: „Ich dusch eigentlich erst, sit ich i dere Band bin.“ In diesem Humor geht das Interview weiter. Als wir sie nach ihren Zukunftsplänen fragen, antworten die Jungs einstimmig: «Duschwärbig!» Doch legen wir den Spass mal beiseite, so erfahren wir, dass Eric und Jakob später gerne am Jazzcampus in Basel Musik studieren wollen. Beide besuchen dort den Vorkurs fürs Studium. Alessio und Joshua sehen in der Musik mehr ein geliebtes Hobby.

Nach diesem turbulenten Interview geht es zurück in den Bandraum und Cromatik beginnen mit der Probe. Als Jakob seine E-Gitarre in die Finger nimmt und darauf zu spielen beginnt, schlägt die Stimmung plötzlich um. Das Rumgeblödel verstummt. Die grinsenden Gesichter der Jungs verschwinden langsam und als sie spielen, sieht man, wie sie eintauchen in ihre Musik. Auch unsere Haltung verändert sich. Wir können gar nicht anders, als gespannt zuhören, wie sich die Klänge zusammenfügen und verändern. Ein Netz aus groovigen Tonfolgen und funkigem Rhythmus umgibt uns und sorgt für Bewegung in unseren Körpern. Wir müssen wieder lächeln, doch diesmal ohne einen Witz.

Cromatik spielen am 20. Januar an der Rocknight im Z7 in Pratteln. Lasst euch die gute Laune nicht entgehen. Sie kommen auch garantiert geduscht!

Um euch einzustimmen, schaut auf ihrem Soundcloud-, Instagram– oder Facebookchannel vorbei.

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