Aus den Workshops zum Menschenrechtstag

Die Klassen F3c und 3Wb schildern und zeigen ihre persönlichen Eindrücke von den Workshops zum Menschenrechtstag.

«Darf man ein Kind töten, das eine Waffe in den Händen hält? Muss man den verwundeten Feinden ebenfalls Hilfe leisten? Sind Antipersonenminen legitim? Solche und weitere Fragen bezüglich humanitären Völkerrechts (HVR) haben wir uns in diesem spannenden Workshop gestellt. Mit Vertretern und Freiwilligen des Schweizerischen Roten Kreuzes lernten wir innerhalb eines Nachmittags, was das HVR beinhaltet und welche «Kriegsregeln» existieren. Spielerisch wurde uns mittels dreier Posten dargestellt, was es bedeutet, Hilfsgüter des Roten Kreuzes in ein vermintes Kriegsgebiet zu transportieren, wem man medizinische Hilfe zu leisten hat und wie man möglichst zivile Opfer meidet. Letzteres wurde uns anhand von Bildern illustriert, welche nahe nebeneinander aufgestellt wurden. Die einen Bilder stellten militärische Angriffsziele dar, welche wir versucht haben, mit Bällen zu beschiessen. Die anderen Bilder symbolisierten zivile Objekten wie Dörfer oder Zivilpersonen, welche möglichst nicht getroffen werden sollten. Das Ergebnis dieser Simulation waren grosse Kollateralschäden. Es hat mich beeindruckt, wie oft Unschuldige zu Kriegsopfern wurden. Dieser Workshop war eine fantastische Chance, um zu sehen, was das Schweizerische Rote Kreuz und die weltweiten Hilfeorganisationen tagtäglich leisten und riskieren.»

Caroline Frommenwiler, 3Wb

«Auf dem Foto sind zwei gelbe Karten zu sehen, auf welchen der Name eines Landes geschrieben steht. Darauf liegt ein kleines Büchlein: die allgemeine Erklärung der Menschenrechte. In einem Workshop von «Amnesty Schweiz» haben wir untersucht, welche Menschenrechte die verschiedenen Länder jeweils wirklich einhalten – wenn überhaupt! Der definitiv spannende Tag hat uns dazu inspiriert, uns stets für die Menschenrechte einzusetzen.»
Anouk Schenker und Rahel Hürbin, F3c

«Gefangen hinter Mauern, Draht und Gittern. Das war unser erster Eindruck vom Gefängnis, den wir mit diesem Bild festgehalten haben. Trotz eines Gefühls von Isolation, kam uns die Justizvollzugsanstalt «Bässlergut» beim Zoll Otterbach in Basel überraschend human vor. Die Insassen führen einen mehr oder weniger normalen, geregelten Alltag und können sich in einem bestimmten Rahmen frei bewegen. Doch schlussendlich bleibt die Frage: Was ist richtig? Kuscheljustiz oder harte Bestrafung?»

Donika Arifi, Lena Landmann, Marie Schreiner, Flavia Traub, 3Wb

«Bei der Führung «Wann sind wir endlich angekommen? –Migranten zeigen ihr Basel» vom Museum der Kulturen haben wir die Stadt aus der Sicht eines Migranten kennengelernt. Manche Details haben für uns eine neue Bedeutung bekommen. Zum Beispiel, dass die beiden Bänke (s. Foto) Rücken an Rücken stehen. Wenn sich zwei Menschen auf diesen Bänken unterhalten wollen, müssen sie sich den Hals verrenken. Das ist den meisten Leuten zu anstrengend. Deshalb kommt es zu keinem Gespräch, zu keiner Begegnung. Diese Bänke sind, wie vieles in Basel, nicht für Begegnungen gemacht. Jeder Mensch hängt seinen eigenen Gedanken nach. Man verschliesst sich vor den Anderen.»

Annina Schär, Marco Worni, Elijah Asmoah, F3c

«Unter der Leitung von Anja Baier von «Iamaneh Schweiz» haben wir viel über den Stand der Rechte von Frauen in der ganzen Welt und über die Geschlechtergerechtigkeit in der Schweiz erfahren. Im Workshop ist uns Schülerinnen und Schülern bewusst geworden, wie gross das Bedürfnis nach Aufklärung hinsichtlich dieses oft tabuisierten Themas ist und so ist es zu aufschlussreichen Diskussionen in der Gruppe gekommen. Auf diesem Foto seht ihr die Auswertung der Gruppengespräche mit den Punkten, die aufzeigen, in welchen Bereichen in der Schweiz auch heute noch keine Gerechtigkeit unter den Geschlechtern besteht.»

Noemi Leuenberger und Sarah Schwimbersky, 3Wb

 

«Das Bild zeigt, wie uns Rstam Aloush, der ursprünglich aus Aleppo in Syrien stammt, durch «sein Basel» führt. Hier befinden wir uns auf der Mittleren Brücke auf dem Weg zur Matthäuskirche. In der Nähe der Kaserne erzählt uns Rstam von den kulturellen Unterschieden zwischen Syrern und Schweizern, Schweizerinnen und Syrerinnen. Er spricht die eher verschlossene Art, die Pünktlichkeit und die mangelnde Spontaneität an, die man Schweizerinnen und Schweizern oft nachsagt. Vor dem Krieg sei das in Syrien ganz anders gewesen: «Man konnte problemlos spontan etwas mit Freunden und Kollegen abmachen. Hier in der Schweiz muss man zuerst den Terminkalender konsultieren und so geht es oft Tage oder Wochen, bis es möglich ist, sich zu treffen.» Dies sei auch ein Grund, warum es vielen Migranten und Migrantinnen schwerfalle, sich zu integrieren, meint Rstam.»

Louie Bruderer, 3Wb

«Ich war in einem Workshop von Amnesty Schweiz zum Thema «Meinungsfreiheit» (s. Foto). Dort haben wir gelernt, wo die Grenzen der Meinungsfreiheit sind. Konkret heisst das: In privaten Kreisen, zum Beispiel mit meinen Freunden, darf ich alles sagen, was ich denke, egal, ob das Gesagte diskriminierend ist oder nicht. Was aber nicht gestattet ist, ist das öffentliche Diskriminieren von Einzelpersonen oder Gruppen, also zum Beispiel in einem Restaurant oder auch in den sozialen Medien. Der Tag war für mich sehr lehrreich und interessant.»

Fiona Gahlinger, F3c

«Wir erlebten die «etwas andere Stadttour» in Basel, durchgeführt vom Verein «Surprise». Ein ehemaliger obdachloser Mann ermöglichte uns einen Einblick in das Leben von Randständigen. Wir sahen die Notschlafstelle, das Männerhaus, die Gassenküche, die man hier auf dem Bild sehen kann, und noch vieles mehr. Durch diese Tour haben wir Basel von einer Seite kennengelernt, die uns bisher vollkommen verborgen war.»

Dominique Hänggi und Sena Serin, 3Wb

«Dieses Foto stellt ein Schnappschuss vom Workshop «Clean Clothes» dar, der von drei Personen aus Bern, die bei einer Non-Profit-Organisation arbeiten, geleitet wird. Die Organisation heisst «Public Eye» und setzt sich für Menschenrechte in der Schweiz und in der ganzen Welt ein. Wir haben es schockierend gefunden, dass die Näherinnen aus dem Verkaufserlös eines Kleides nur 0,006 Prozent erhalten, dass sie mehr als 19 Stunden pro Tag arbeiten müssen und nur einmal pro Tag die Toilette benutzen dürfen. Am Schluss des Workshops gab es eine Diskussionsrunde, wo jeder und jede eine Rolle – von der Näherin bis zum CEO eines Modekonzerns – übernommen hat und wir gemeinsam eine Lösung finden mussten.»

Sweesan Paskaran und Noè Falchi, F3c

«Auf diesem Bild sieht man die Matthäuskirche in Kleinbasel. Es ist die letzte Station, die wir zusammen mit Rstam Aloush, dem Migranten aus Aleppo, besucht haben, aber gleichzeitig auch diejenige, die mich am meisten beeindruckt hat. Rstam erzählt, dass Migranten und Migrantinnen aus unterschiedlichen Ländern diesen Ort besuchen würden, da die Kirche spezielle Angebote für Migranten offeriere, wie beispielsweise Essen, Kleidung, einen Schlafplatz, Schutz oder generell die Möglichkeit, sich zu treffen. Rstam ist zu Beginn seines Aufenthalts in Basel oft in diese Kirche gegangen, um andere Leute kennenzulernen, die auch dieselbe Sprache wie er sprechen. Deutsch zu sprechen ist am Anfang für ihn sehr schwierig gewesen und um sich nicht alleine zu fühlen, hat er oft diesen Ort besucht, diese Kirche.»

Dominik Hoch, 3Wb

«Auf diesem Bild ist ein Stuhl zu sehen. Dieser diente den beiden Schauspielern des Theaters über Ausschaffung als einziges Requisit. Dadurch glänzte das Theater in seiner ausdrucksstarken Einfachheit. Leider wurde aber auch der Informationsinhalt der Diskussion im Anschluss an die Aufführung eher einfach gehalten. Anstatt uns neue, spannende Infos über das Thema Ausschaffung und der damit verbundenen Gefahr von Menschenrechtsverletzungen zu geben, fragte man uns, was wir bereits wussten und bejahte oder verneinte dies und jenes, ohne gross darauf einzugehen. Ich hätte mir mehr Informationen in Bezug auf die Menschenrechte und weniger Informationen hinsichtlich Bühnenpräsenz gewünscht.»

Svenja Lüthi, F3c

 

«Die Theateraufführung über die Ausschaffung war für uns eine neue Erfahrung, da das Stück in einem abstrakten Stil aufgeführt wurde. Wir sind uns nur klassische Stücke gewöhnt und waren aus diesem Grund anfangs ziemlich verwirrt. Das Theaterstück basierte auf einer wahren Geschichte und ermöglichte uns einen Einblick, wie eine Ausschaffung ablaufen könnte. Das Ende hat uns ziemlich schockiert, da der Mann, der an Hand- und Fussgelenk gefesselt war, zurück in sein Heimatland geschickt wurde. Uns war dieses Vorgehen nicht bewusst und hat uns deswegen zum Nachdenken animiert.
Auf diesem Foto sieht man die zwei Schauspieler, die das Theaterstück aufgeführt haben. Sie haben mit wenig Requisiten gearbeitet und ihre Szenen mehr mit Mimik und Bewegungen veranschaulicht.»

Chiara Mory und Amine Ajdini, F3c

«Was gehört alles zu den Menschenrechten? Man glaubt es kaum, doch auch das Recht auf Arbeit gehört dazu. Jeder hat das Recht auf eine freie Berufswahl, angemessene Arbeitsbedingungen und natürlich auch einen angemessenen Lohn. Damit die würdevolle Existenz gesichert ist, müssen die genannten Bedingungen und noch weitere erfüllt werden. Doch werden diese in allen Ländern eingehalten?
Am Vormittag sahen wir gemeinsam mit unserem Klassenlehrer Herrn Schraudolf den Film «Working man’s death». In diesem wurden fünf Entwicklungsländer mit unterschiedlichen Arbeitsbedingungen gezeigt. Unvorstellbar und grausam! Der Film ging unter die Haut. Einige Szenen waren so extrem, dass man nur noch wegschauen konnte.

Kona Arnold, 3Wb

«Der Menschenrechtstag war hart,

der Eindruck aber stark von edler Art.

Wir sahen Bilder und hörten Geschichten,

die nicht milder wurden nur 

ohne sie zu berichten. Die Menschen dort,

unter Todesangst mussten sie fort 

ohne auch nur ein Wort gesprochen.

Doch es wurde durch unsre Untat 

ein Urteil gesprochen.

Mit dem Stuhl in diesem Bilde,

so wollen sie mir zeigen,

dass ich mir einbilde 

nichts zu tun, ausser schweigen.

Doch selbst etwas so Einfaches wie der Stuhl,

kann ein Vielfaches eines Theaters werden, in unsrer Schul.

Also sollte eine kleine Geste für den Frieden

auch das Zähste sein, was uns geblieben,

um uns zu lieben.»

Sarah Balosetti, F3c